Einige Wirtschaftswissenschaftler argumentieren, dass Bioethanol als Benzinersatz nur durch staatliche Subventionen für Landwirte und Industrie rentabel sei. Laut dem US-amerikanischen Energieministerium erhält man für jede Energieeinheit, die für die Herstellung von Ethanol aus Mais eingesetzt wird, 1,3 Einheiten zurück. Bei anderen Pflanzen (Zuckerrohr, Chinagras) ist die Effizienz besser.
Durch intensivere Landwirtschaft, höhere Erträge und eventuell gentechnisch veränderte Pflanzen könnte die Ethanolherstellung aus wirtschaftlicher Sicht rentabler werden. An speziellen Züchtungen und Genmanipulationen wird geforscht. Ein hoher Rohölpreis lässt auch die Verwendung anderer Biomasse (z. B. Stroh) wirtschaftlich interessant werden.
Da der Bedarf an der limitierten Ressource Erdöl – auch durch die wirtschaftliche Entwicklung in China – weiter steigen wird, sind hohe Ölpreise zu erwarten. Politisches Ziel einiger Länder ist es, sich von Ölimporten weniger abhängig zu machen und einen Energiemix anzustreben. Da in Regionen wie den USA oder Europa nicht so viel Bioethanol produziert werden kann, wie für den Ersatz von Erdöl nötig wäre, könnte jedoch eine neue Abhängigkeit von Importen aus Ländern mit entsprechenden Anbau- und Produktionsmöglichkeiten entstehen.
In Brasilien wird auf 5,6 Millionen Hektar Zuckerrohr angepflanzt. Die Hälfte davon wird zu 15 Millionen m³ Bioethanol verarbeitet (2005). Laut Embrapa, der brasilianischen staatlichen landwirtschaftlichen Forschungsgesellschaft, gibt es ein Potenzial von 90 Millionen Hektar für die Bioethanolproduktion. Bei gleichem Ethanolertrag würde diese Fläche 480 Millionen m Bioethanol pro Jahr bringen. Dies entspricht bei einem Energieäquivalent von 6,4 Millionen Barrel Öl pro Tag nur 7,5 % der derzeitigen Weltölproduktion (85 Millionen Barrel pro Tag).
Die Bioethanolproduktion in Brasilien steigt jährlich um etwa 5 Millionen m (25 Millionen Barrel Erdöläquivalent). Allerdings steigt der weltweite Ölbedarf im gleichen Zeitraum um 776 Millionen Barrel (2,5 % jährlich). Angesichts dieser Tatsache wird Bioethanol in naher Zukunft keinen relevanten Beitrag leisten können. Die Produktion müsste weltweit massiv ausgebaut werden. Einen Anreiz dazu können nur Fördermaßnahmen bzw. sehr hohe Erdölpreise sein.
Im Rahmen der internationalen Preisanstiege für Rohstoffe und Lebensmittel und die darauf beruhenden Unruhen in einer Reihe von Ländern wurde auch die Rolle des Bioethanols als Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion beleuchtet. Dabei geriet vor allem die Nutzung von Mais in den Vereinigten Staaten in den Mittelpunkt der Kritik. Obwohl in einer Reihe differenzierter Analysen nachgewiesen werden konnte, dass Biokraftstoffe nur anteilig an der globalen Verteuerung der Nahrungsmittel beteiligt sind und statt dessen als Hauptfaktoren das uneingeschränkte Bevölkerungswachstum sowie eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie China und Indien und damit ein zunehmender Bedarf an Futtermitteln für die Fleischproduktion besteht, fokussierte sich das Interesse der Medien und damit auch der Bevölkerung in dieser Diskussion vor allem auf die Biokraftstoffe.
Insbesondere in armen Herstellerländern soll die Nutzung von Lebensmitteln zu einem rapiden Anstieg der Nahrungsmittelpreise geführt haben, da einheimische Käufer in direkter Konkurrenz zu Bioethanolkäufern in den westlichen Industrienationen stehen. In Mexiko hat dies schon zu einer staatlichen Preisregulierung für Mais per Notverordnung geführt, da dieser im großen Stil zu Ethanol für nordamerikanische Fahrzeuge verarbeitet wird.. Laut einer unveröffentlichten Studie des Weltbank-Ökonomen Don Mitchell soll die Herstellung von Treibstoff aus Pflanzen die Nahrungsmittel weltweit um 75 % verteuert haben, von einem offiziellen Sprecher der Weltbank wird dies allerdings als Einzelmeinung eines Experten und nicht als Ergebnis einer offiziellen Auswertung durch die Weltbank betrachtet.
Der UN-Sondergesandte für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, bezeichnete die Herstellung von Bioethanol in einem Interview des Bayerischen Rundfunks als Verbrechen gegen die Menschheit (wörtlich: „Die Bio-Treibstoff-Fabrikation heute ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.“) und hat den Anbau von Energiepflanzen als drohendes Massaker an den Menschen in Entwicklungsländern kritisiert. Gleichzeitig warnte er angesichts von ca. 850 Millionen hungernden Menschen vor Unruhen und Aufständen. Der Anbau von Energiepflanzen wurde auch beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds als Gefahr für die Ernährung der Weltbevölkerung bezeichnet. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte am Rande der Konferenz, daß die Erhöhung des Lebensmittelpreises um einen Prozentpunkt ca. 16 Millionen Menschen zusätzlich der Gefahr des Hungers aussetze. Weiter forderte sie eine Aussetzung der Bioethanolbeimischung.
Auch Greenpeace beteiligte sich an der Diskussion und warf ein, dass sich aus 100 kg Getreide ca. 100 kg Brot herstellen lassen, jedoch nur 25 Liter Bioethanol. Mit der Ernte von einem Hektar Getreideanbaufläche ließen sich ca. 18 Menschen ein Jahr lang ernähren oder Bioethanol für ein Fahrzeug mit einem durchschnittlichen Verbrauch und moderater Kilometerleistung für ein Jahr herstellen. Der Betrieb eines Fahrzeuges verbraucht also so viel Getreide wie zur Ernährung von 18 Menschen notwendig ist.
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