Die Ansprüche an Silomais zur Rinderhaltung und zur Biogaserzeugung unterscheiden sich. Durch verschiedene Maßnahmen kann der Methanertrag pro Maisanbaufläche erhöht werden:
- Eine höhere Saatstärke erhöht den Hektarertrag. Der erhöhte Stickstoffentzug wird durch eine erhöhte Stickstoffdüngung kompensiert.
- Eine frühere Ernte bei einem Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) von rund 30 % erhöht die Verdaulichkeit der Maissilage. Silomais reift üblicherweise bis zu einem TS-Gehalt von 32 bis 33 % ab, um Substanzverluste bei der Silierung durch Sickersaft zu verhindern und um die Energiedichte zu erhöhen. Der hohe TS-Gehalt ist aber mit einem stärkeren Verholzen der Pflanze verbunden, was die Abbaubarkeit in der Biogasanlage verringert. Bei der Silierung durch den höheren Wassergehalt im Erntegut möglicherweise auftretende Sickersäfte sind jedoch in der Biogasanlage vergärbar.
- Maissorten mit höheren Reifezahlen eignen sich wegen der späten Abreifung nicht für den Anbau zur Futtersilageherstellung. Die geringeren Ansprüche an die Abreifung bei der Verwertung in Biogasanlagen ermöglichen jedoch den Anbau dieser Sorten, die durch bessere Ausnutzung der Vegetationsperiode höhere Erträge liefern können.
- Bei der Ernte wird die Häcksellänge wird verringert, um die Angrifffläche für den enzymatischen Abbau im Fermenter der Biogasanlage zu erhöhen und damit zu beschleunigen und zu verbessern.
Durch die neuen Ansprüche bei Verwendung von Mais zur Energieerzeugung eröffnen sich neue züchterische Möglichkeiten. In einem 2004 begonnen Projekt der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), der KWS SAAT AG, der Universität Hohenheim und der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sollte der Trockensubstanz-Ertrag pro Hektar erhöht, Anbauverfahren hinsichtlich des Natur- und Umweltschutzes optimiert und die Eignung von Zwischenfrüchten geprüft werden. Da Mais seit Jahrtausenden als Kulturpflanze angebaut wird, hat sich eine große genetische Vielfalt entwickelt. Ziel des Projektes war es, Gene, die den Trockenmasseertrag und die Kältetoleranz erhöhen und die Kurztagadaptation verbessern, in einer Pflanze zu vereinen, um die Erträge zu verdoppeln. In diesem Projekt konnten innerhalb von fünf Jahren Ertragssteigerungen von rund 20 bis 25 % (um 40 bis 50 dt Trockensubstanz/ha)erreicht werden.