CEEQUAL
Das Civil Engineering Environmental Quality and Award Scheme ist ein Bewertungs- und Auszeichnungsprogramm zur Qualitätsverbesserung der Nachhaltigkeit in zivilen Hochbauprojekten und solchen des öffentlichen Bereichs. Sein Ziel ist die Förderung von ökologischer Güte im zivilen Hochbau und damit die Förderung der Verbesserung von ökologischen und sozialen Arbeitsleistungen innerhalb der Projektspezifikation, -planung sowie -konstruktion.
Das System basiert auf einem Punktbewertungssystem, welches auf jedes zivile Hochbauprojekt oder ein solches des öffentlichen Bereichs anwendbar ist und soziale Aspekte, wie den Verbrauch von Wasser, Energie und Land, Einflüsse auf die Ökologie, die Landschaft, die Umgebung, die Archäologie, aber auch Abfallreduzierung und -management, Beziehungen innerhalb der Gemeinde sowie deren Vorzüge berücksichtigt. Auszeichnungen werden an Projekte vergeben, bei denen Auftraggeber, Planer und Konstrukteure über die legalen und ökologischen Minima hinweg unverwechselbare ökologische Leistungsstandards geschaffen haben.
Bewertungen werden von geschulten Prüfern durchgeführt, welche für die Abgrenzung der auszusprechenden Bewertungsergebnisse zuständig sind (in Zusammenarbeit mit dem CEEQUAL-Verifizierer).
EN 15804 (CEN TC350)
Aktuell befindet sich ein großer Teil von EN15804 Sustanability of constructionworks in der Entwicklung, einige Sektionen unterliegen jedoch bereits der Genehmigung. Dieser Standard soll eine Methodologie für die Bewertung der Nachhaltikeit von Materialien, Gebäuden und Konstruktionsprojekten bereitstellen, bei der die Bewertung des Lebenszyklus' berücksichtigt wird.
- Ökologische Produktdeklaration – Produktkategorieregeln
- Ökologische Produktdeklaration – Kommunikationsformate
- Ökologische Produktdeklaration – Methodologie und Daten für gewöhnliche Infomationen
- Beschreibung des Gebäudelebenszyklus
- Bewertung der ökologischen Effiezienz von Gebäuden – rechnerische Methoden
- Integrierte Bewertung der Effizienz von Gebäuden – Teil 1: Allgemeine Rahmenbedingungen
- Integrierte Bewertung der Effizienz von Gebäuden – Teil 2: Rahmenbedingungen für die Bewertung von ökologischer Effizienz
- Integrierte Bewertung der Effizienz von Gebäuden – Teil 3: Rahmenbedingungen für die Bewertung der sozialne Effizienz
- Integrierte Bewertung der Effizienz von Gebäuden – Teil 4: Rahmenbedingungen für die Bewertung der ökonomischen Effizienz
Die Entwicklung des Standards soll bis zum Ende des Jahres 2011 abgeschlossen sein.
Es ist unmöglich, das existierenden Überangebot an öffentlichen, privaten (oder beiden) Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene aufzulisten. Ein bestehender Dokumententwurf der OECD/IEA und der UNEP vermittelt der Öffentlichkeit eine genaue Vorstellung von den in verschiedenen Ländern implementierten Richtlinien.
Eine allgemeine Schlussfolgerung, die sich aus der Beschäftigung mit der Literatur ergibt, ist, dass es eine spürbare Zunahme der Zahl der Richtlinien und Instrumente gibt, die sich entweder im Planungsprozess befinden oder aktuell wirksam sind.
In Australien existiert ein First Rate genanntes Verfahren, das darauf ausgelegt ist, die Energieeffizienz von Wohngebäuden zu steigern. Das Green Building Council of Australia (GBCA) hat einen Green-building-Standard etabliert, der als Green Star bekannt ist.
In Adelaide sind mindestens drei verschiedene Projekte damit beschäftigt, die Grundsätze von Green building zu inkorporieren. Das „Eco-City“-Projekt befindet sich in Adelaides Stadtzentrum, das „Aldinga Arts Eco“-Dorf wurde in Aldinga etabliert und der „Lochiel Park“ befindet sich in Campbelltown. Richtlinien für die Bebauung der beiden Projektgrundstücke sind in Statuten zusammengefasst. Diese beinhalten die Wiederverwertung von Grau- und Regenwasser, das Sammeln von Niederschlagswasser, den Gebrauch von Solarkollektoren für die Erzeugung von Energie und Warmwasser, die Planung von solar-passiven Gebäuden sowie gemeinschaftliche Gärten und Landschaftsarchitektur. Andere Projekte, wie „Mawson Lakes“ und das „Lightview“-Projekt in der Nähe von Northgate, beides im Norden von Adelaides zentralem Geschäftsgebiet gelegen, genügen ebenfalls den ‚Green building‘-Richtlinien.
Melbourne hat ein schnell wachsenden Bewusstsein für die Umwelt entwickelt, es werden viele Staatszuschüsse und Rabatte für Wassertanks, wassereffiziente Produkte (wie Duschköpfe) und Warmwasser-Systeme zur Verfügung gestellt. Die Stadt ist Standort vieler „grüner“ Gebäude und unterstützt zahlreiche nachhaltige Entwicklungen, wie den CERES Environmental Park. Ein anderes Projekt dieser Art ist EcoLinc in Bacchus Marsh. Außerdem haben zwei der berühmtesten „grünen“ Geschäftgebäuden Australiens in Melbourne ihren Sitz: 60L und Council House 2 (auch bekannt als CH2).
In Perth sind mindestens drei verschiedene Projekte angesiedelt, welche die Prinzipien von ‚Green buidling‘ befolgen. Das Geschäftsgebäude, das in der Murray Street in West-Perth liegt und von Eco Design Consultant in Zusammenarbeit mit Troppo Architects geplant wurde, ist eins davon. Die anderen beiden sind gemischte Bauprojekte entlang der Wellington Street im Stadtzentrum. Richtlinien für die Gebäudepläne der Projekte sind zusammengefasst in den Statuen und vom Green Building Council Australia bestätigt. Die Leistungen zur Erringung des Zertifikats ‚Green Star‘ betreffen
- die Qualität des Innenraumklimas,
- die Energie,
- den Transport,
- das Wasser,
- die Materialien,
- den Verbrauch von Land sowie den Umweltschutz
- die Emissionen und
- Innovationen.
Das neueste Gebäude, das den Sechs-Sterne-Award erhalten hat, steht in Canberra, wo die Australian Ethical Investmentment Ltd. einen bereits existierenden Bürokomplex im Trevor Pearcey House renoviert hat. Die Gesamtkosten dafür beliefen sich auf 1,7 Millionen US-Dollar, wobei die Renovierung geschätzte 75 % der Kohlendioxidemission und 75 % des Wasserverbrauchs einsparte und über 80 % recyceltes Material verbrauchte. Die Architekten waren Collard Clarke Jackson Canberra, die architektonische Planung erfolgte durch Kevin Miller, das Innendesign übernahm Katy Mutton.
In New South Wales verlangt das Online-Bertungs-System BASIX (Building Sustainability Index), dass in allen neu angelegten Wohnsiedlungen der Wasserkonsum und die CO2-Emission von freistehenden Unterkünfte um jeweils 40 % und der von zusammenhängenden Gebäuden um 20 bis 30 % verglichen mit dem durchschnittlichen Verbrauch im Land eingeschränkt wird. Das Online-System bietet Planern ein mathematisches Modell des Bauprojekts an, welches die Interaktion zwischen dem gesamten Energie- und Wassersystem berücksichtigt, indem klimatische und normalisierte Niederschlagsmesswerte für individuelle Standorte veröffentlicht werden.
Kanada hat die „R-2000“-Richtlinien für nach dem Jahr 2000 errichtete Gebäude erlassen. Damit sie dem R-2000-Standard in seinen Bemühungen um die Steigerung der Effizienz von Energie und das Fördern von Nachhaltigkeit folgen, werden den Bauherren zahlreiche Anreize geboten.
Infolge des R-2000-Wohnhaus-Programms wurde der Service EnerGuide for New Houses etabliert. Dieser ist in ganz Kanada verfügbar und wurde geplant, um es Hausbauern und -käufern zu ermöglichen, Eigenheime zu bauen, die signifikant weniger Energie verbrauchen als normale Häuser. Einige kanadische Provinzen schreiben diesen Service als verbindlich für alle neuen Häuser vor.
Im Dezember 2002 wurde in Kanada das Canada Green Building Council gegründet, das im Juli 2003 vom US Green Building Council die exklusive Lizenz zur Anpassung des LEED-Bewertungssystem an kanadische Verhältnisse erhielt. Der Weg für den Einzug der LEED in Kanada wurde bereits von dem BREEAM-Canada, einem von der Canadian Standards Association im Juni 1996 eingeführten Standard zur Umweltverträglichkeitsbewertung, vorbereitet. Die US-amerikanischen Autoren der LEED-NC 1.0 hatten viele ihrer Bestimmung von BREEAM-Canada für den Leitfaden ihres Bewertungsverfahrens und die Zuteilung von Credit-Points nach Leistungskriterien übernommen.
Im März 2006 wurde Kanadas erster Dienstleistungsstandort für Green building, das Light House Sustainable Building Centre, auf Granville Island im Herzen von Vancouver eröffnet. Gleichzeitig als Ort für öffentliche sowie professionelle Besucher geplant, wurde das Light House-Ressourcenzentrum von kanadischen Ministerien und Firmen gegründet, um bei der Implementierung von Green-building-Praktiken und der Anerkennung der ökonomischen Notwendigkeit von „grünen“ Gebäuden für die neue regionale Ökonomie zu helfen.
- Die Beamish-Munro-Halle in der Queen’s University wurde ausgestattet mit umweltverträglichen Konstruktionsmitteln, wie Flugaschebeton, dreifach verglasten Fenstern, dimmbaren fluoreszierenden Lichtern und einer netzgebundenen fotovoltaischen Matrix.
- Für den Gene H. Kruger-Pavillon der Laval University wurden weitgehend umweltfreundliche, ungiftige, recycelte und erneuerbare Materialien genutzt, des Weiteren kommen hochentwickelte biomechanische Konzepte zum Einsatz, die den Energieverbrauch verglichen mit einem konkreten Gebäude derselben Größe um 25 % senken. Die Struktur des Gebäudes wurde komplett aus Holzprodukten gefertigt, die zusätzlich die Umweltbelastung durch den Pavillon reduzieren.
- Das Water Centre in Calgary wurde offiziell am 4. Juni 2008 eröffnet und mit dem Goldzertifikatikat der kanadischen LEED ausgezeichnet. Das 17.000 Quadratmeter große Bürogebäude kostet pro Tag 95 Cent (CAD), konserviert Energie und Wasser und bietet eine produktive, gesunde Umgebung sowohl für Besucher als auch für Angestellte.
Im Juli 2007 gründete die französische Regierung sechs Arbeitsgruppen, welche neue Wege für Frankreichs Umweltpolitik definieren sollten. Die vorgeschlagenen Empfehlungen wurden dann einer öffentlichen Erhebung unterzogen, die zu Vorschlagspaket führte, welches Ende Oktober 2007 veröffentlicht wurde. Die dort enthaltenen Vorschläge wurden Anfang 2008 dem französischen Parlament vorgelegt.
Der Name des Prozesses, „Le Grenelle de l'Environnement“, ist angelehnt an eine im Jahr 1968 abgehaltene Konferenz, bei der die Regierung mit den Gewerkschaften verhandelte, um bereits wochenlang andauernde soziale Unruhen zu beenden.
Die sechs Arbeitsgruppen befassen sich mit folgenden Themen: Klimawandel, Artenreichtum und natürlichen Ressourcen, Gesundheit und Umwelt, Produktion und Konsum, Demokratie und Regierung sowie Wettbewerbsfähigkeit und Erwerbstätigkeit.
Die Vorschläge sind folgende:
- die Investition von einer Billion Euro verteilt über die nächsten vier Jahre in saubere Energie als Teil eines weitreichenden Umweltplans, um die Emission von Treibhausgasen zu verringern, was auch den Vorschlag für ökologische Steuern beinhaltet; dir Kürzung von Frankreichs Energieverbrauch um 20 % und die bis 2020 um 20 %erhöhte Nutzung von erneuerbarer Energie, wie Windkraft und Biokraftstoffe;
- der Transport von Fracht über neue Highspeed-Eisenbahngleise und Wasserstraßen anstelle von Autobahnen;
- eine Anzahl von „grünen“ Steuern, inklusive einer Steuer auf die umweltschädlichsten Fahrzeuge, und ebenso eine Steuer auf Transportlaster, die die französische Grenze überqueren.
Bauetiketten
Die französische Regulation (FR) für neue Baukonstruktionen veranschlagte für die dringend notwendige Verbesserung des Niveaus eine regelmäßige (alle fünf Jahre) steigenden Anhebung, die im Jahr 2020 (RT 2020) die 40%ige Reduktion des Energieverbrauchs (im Vergleich zu RT 2000) erreicht haben soll. Aktuelle Etiketten sind:
- THPE 2005 = 20 % besser als RT 2005
- THPE EnR 2005 = 30 % besser als RT 2005+ (erneuerbare Energieproduktion für die Mehrheit der Heizanlagen)
Innerhalb der Rahmenbedingungen von „Grenelle de l'Environnement“ wird erwartet, dass eine Leistungsbeschleunigung für die folgenden Objekte für Tertiärgebäude eintritt:
I. Gebäude mit niedrigem Verbrauch (BBC) bis 2010 mit minimalem Bedarf die Niveaus von erneuerbarer Energie und CO2-absorbierende Materialien betreffend.
II. neue Passivhäuser (BEPAS) oder Positivhäuser (BEPOS) bis 2020.
III. Etiketten für die Sanierung von bestehenden BBC-Gebäuden
Alle diese Prjekte sind vereinbar mit den europäischen und internationalen Regulatorien und Rahmenwerken.
Bei folgenden Bauprojekten in Deutschland werden Green-building-Techniken angewendet:
- Solarsiedlung in Freiburg im Breisgau, in der Bauprojekte in Plusenergiebauweise gefördert werden;
- Vauban-Projekt, im gleichnamigen Stadtteil von Freiburg angesiedelt;
- von Baufritz geplante Häuser; sie verbinden die Aufnahme von passiver Solarenergie mit stark isolierten Wänden, dreifach verglasten Türen und Fenstern, ungiftigen Farben und Lacken, Sommerabschattung, Wärmerückgewinnungsventilation sowie Grauwasseraufbereitungssystemen.;
- das umgebaute Reichstagsgebäude in Berlin, das seine eigene Energie produziert.
Die Confederation of Indian Industry (CII) setzt sich aktiv für die Förderung von Nachhaltigkeit im indischen Baugewerbe ein und stellt die zentrale Säule des Indian Green Building Council (IGBC) dar. Dieses hat den LEED Green Bulding Standard des US-amerikanischen Green Building Council lizenziert und ist gegenwärtig verantwortlich für die Zertifizierung von indischen Neu- und Rohbauten gemäß dessen Normen, während dies für alle anderen Projekte das U.S. Green Building Council übernimmt. In den verschiedenen Klimazonen Indiens wurden viele energieeffiziente Gebäude gebaut. Immer mehr indische Architekten eignen sich die Green-bulding-Techniken an..
Die CII-IGBC hat kürzlich verkündet, dass das Bauunternehmen Shree Ram Urban Infrastructure den Versuch unternehmen will, das LEED-Platinum-Zertifikat zu erlangen, womit dieses Projekt nicht nur in Indien, sondern auch in der ganzen Welt das erste wäre, das diesen Status erhält. Das geplante Gebäude, das den Titel Palais Royale tragen soll, wird in Worli, Mumbai, entstehen und voraussichtlich über 300 m hoch sein.
Vor kurzem hat Israel einen freiwilligen Standard für „Gebäude mit reduzierter Umweltbelastung“ 5281 in Kraft gesetzt. Dieser Standard basiert auf einem Punktebewertungsverfahren (55 = zertifiziert, 75 = exzellent) und stellt gemeinsam mit den komplementären Standards 5282-1 5282-2 für die Energieanalyse und 1738 für nachhaltige Produkte ein System für die Auswertung der Umweltverträglichkeit von Gebäuden zur Verfügung. Das LEED-Bewertungsverfahren des U.S. Green Building Council wurde auf etliche Gebäude in Israel angewendet, darunter das neue Intel Development Center in Haifa. Die örtliche Industrie drängt jedoch bereits auf die zeitnahe Einführung einer israelischen Version der LEED.
Das Standards and Industrial Research Institute of Malaysia (SIRIM) fördert Green bulding-Techniken. Ein prominenter Vertreter auf dem Gebiet des ökologischen Bauens ist der malaysische Architekt Ken Yeang.
Die mexikanische Stadt San Felipe, Baja California, ist die Heimat der größten solarzellenbetriebenen Gemeinde in Nordamerika: In El Dorado Ranch, einem Bauprojekt in San Felipe, ist eine komplett vom Stromnetz unabhängige Wohngegend mit mehr als 3000 Grundstücken entstanden.
Wegen des ariden Klimas in dieser Stadt an der Sea of Cortez wurden zahlreiche Green-building-Initiativen ins Leben gerufen, darunter:
- Strohballenbau, erlaubt Dämmstofffaktoren von R-35 bis R-50, wie vom U.S. Department of Energy verifiziert;
- vorwiegende Nutzung von Xeriscape-Landschaftsbau, einer Methode, bei welcher der Wasser- und Energieverbrauch sowie die Verwendung von chemischen Schadstoffen reduziert wird;
- Einsatz der speziellen Paspalum-Gras-Sorte „SeaDwarf“, ein salzwassertolerantes Gras mit der Fähigkeit, einer anhaltenden Bewässerung mit einem Salzgehalt von mehr als 20.000 ppm TDS standzuhalten, beim Golfplatzbau.
Das New Zealand Green Building Council befand sich seit Juli 2005 in Gründung. Noch im selben Jahr wurde ein Institutionsgremium geformt und schließlich am 1. Februar 2006 mit dem formellen Organisations-Status versehen. Im selben Monat wurde Jane Henley zum CEO ernannt, unter der Aktivitäten zur Erlangung der Mitgliedschaft im World GBC begannen. Im Juli 2006 wurde das erste komplette Gremium mit 12 Mitgliedern gebildet, welche sich über die Beteiligungsmöglichkeiten der Industrie Neuseelands an der Organisation austauschten. Etliche ihrer Hauptanliegen konnten noch in 2006/2007 durchgesetzt werden, so z. B. die Mitgliedschaft im World GBC, die Einführung des Green Star NZ – Office Design Tool und die Eingliederung von anderen Gesellschaften.
Das Green Building Council of South Africa (2008 gegründet) hat mit dem Green Star SA ein Bewertungsinstrument entwickelt, welches auf den Vorgaben des Green Building Council Of Australia basiert, um der Immobilienindustrie eine objektive Messgröße für ‚grüne‘ Gebäude zu verschaffen und die ökologische Leitung in der Immobilienindustrie anzuerkennen und zu honorieren. Jedes Green Star SA-Bewertungsinstrument repräsentiert einen unterschiedlichen Marktsektor (z. B. Büro, Einzelhandel, mehrere Einheiten umfassende Wohnviertel etc.).
Das erste Instrument, das von dem Green Star SA-Büro entwickelt wurde, wurde in Rohfassung für öffentliche Erläuterungen im Juli 2008 veröffentlicht. Eine endgültige Veröffentlichung in finaler Form erfolgt auf der Green Building Council of South Africa Convention & Eihibition ’08 vom 2.–4. November 2008.
Der Prozess der Inkorporierung eines Energiestandards, welcher darauf zielt, energiesparende Praktiken als Standard im südamerikanischen Kontext zu fördern, befindet sich in Südafrika in vollem Gange.
Green Building Media (2007 gegründet) hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Etablierung von ‚Green building‘ in Südafrika ausgeübt. Dies geschah nicht nur über ihr Informationsportal, sondern auch über das monatliche e-Jounal of South Africa, welches an Experten der Baubranche verschickt wird. Jährlich finden zwei Veranstaltungen statt, die auf Nachhaltigkeit zum Thema haben: die Green Building Conference und ein Seminar zur Umrüstung.
Die Association for Environment Conscious Building (AECB) fördert das nachhaltige Bauen in Großbritannien seit 1989.
Die britische Bauordnung sieht Auflagen für Dämmstoffniveaus und andere Aspekte der Nachhaltigkeit im Baugewerbe vor.
In Wales sind Auskünfte über und der Zugang zu nachhaltigen Gebäuden möglich über eine gemeinnützige Organisation mit dem Namen Rounded Developments Enterprises[30]. Von ihnen wird ein Zentrum für nachhaltiges Bauen in Cardiff geführt.
Eines der bekanntesten ‚grünen‘ Gebäude von Großbritannien ist das Friendly Street Building von Media Centres.
Parallel zur LEED wurden in den Vereinigten Staaten zahlreiche andere Organisationen und Programme zur Förderung des nachhaltigen Bauens gegründet:
Die National Association of Home Builders, ein Eigenheimbauer, Sanierer und Zuliefererbetriebe repräsentierender Fachverband, hat ein freiwilliges örtliches Green-building-Programm unter dem Namen NAHBGreen ins Leben gerufen. Das Programm beinhaltet ein Online-Bewertungssystem, nationale Zertifikation, die Aufklärung der Industrie und die Ausbildung von lokalen Prüfern. Das Online-Bewertungssystem kann von Bauunternehmern und Hausbesitzern kostenlos genutzt werden.
Die Green-building-Initiative ist ein gemeinnütziger Verband von führenden Gesellschaften der Bauindustrie mit dem Ziel, Bauwerksausführungen zu etablieren, die fortschrittlich und umweltorientiert sind, aber auch praktisch und kostengünstig von Planern ausgeführt werden können. Die GBI hat ein Web-basiertes Bewertungsverfahren mit dem Namen Green Globes entwickelt, welches in Übereinstimmung mit ANSI-Prozeduren erweitert wird.
Das EnergyStar-Programm der US-amerikanischen Environmental Protection Agency bewertet Wirtschaftsgebäude nach ihrer Energieeffizienz und stellt EnergyStar-Qualifikationen für neue Wohngebäude bereit, die ihrem Standard für energieeffizientes Bauen entsprechen.
Washington war der erste Staat der vereinigten Staaten, der im Jahr 2005 ein Green-building-Gesetz erlassen hat. Diesem zufolge müssen alle staatlichen Einrichtungen mit einer Bodenfläche von mehr als 465 m² einschließlich der vom Staat finanzierten Schulgebäude die LEED-Standards bei der Konstruktion oder nach einer Renovierung einhalten oder übertreffen. Die mit diesem Gesetz einhergehenden Vorteile sind voraussichtlich folgende: die Einsparung von Wasser- und Energiekosten um 20 %, die Reduzierung der Abwasserproduktion um 38 % und die Reduzierung von Bauschutt um 22 %.
Eine der ersten Kleinstädte in den Vereinigten Staaten, die ein Green-building-Gesetz in Kraft gesetzt hat, war Charlottesville in Virginia. Dies steht für eine signifikante Verschiebung innerhalb des Konstruktions- und Architekturverständnisses, denn schließlich wurde das LEED-Regelwerk ursprünglich für Wirtschaftsgebäude entworfen. Wenn jedoch das Interesse der US-amerikanischen Hausbesitzer am „grünen“ Wohnungsbau wächst, werden die Firmen, die an der Produktion und der Fertigung von LEED-Baumaterialien beteiligt sind, wahrscheinliche Kandidaten für die nächste Runde beim privaten Beteiligungskapital und der Börseninvestierung sein.
Bei der LEED handelt es sich um einen progressiven Teil des US-amerikanischen Green Building Councils, das sich aktuell um einen nationalen Standard für Green buildings bemüht. Das Green Buidling Rating System ist ein vermittelndes Zertifikations-Programm, das mit der Absicht eingerichtet wurde, den „grünen“ Bau von Gebäuden auf der Basis von bestimmten Kriterien zu überwachen. Unter der LEED werden verschiedene Subgesellschaften zusammengefasst, wie die LEED for New Construction (Neubau), for Core and Shell (Rohbau), for Commercial Interiors (gewerbliche Innenräume), for Existing Buildings (existierende Gebäude), for schools, retail and healthcare facilities (Schulen, Einzelhandel und Einrichtungen des Gesundheitswesen) und for Homes (Eigenheime). Die LEED hat ausführliche Prüflisten, Prozesse und Kriterien entwickelt, die beim Bau von Gebäuden zunächst befolgt werden müssen, damit diese von der Gesellschaft zertifiziert werden können. Diese Zertifikation hat den Zweck, Gebäude zu einer gesunden und sicheren Zone für die darin lebenden und arbeitenden Menschen zu machen.
Die LEED hat Zertifikationsmodelle mit unterschiedlichen Niveaus entwickelt, die auf verschiedenen Kriterien basieren und sowohl in Gutschriften als auch in Punkten angerechnet werden können. Die Gutschriften werden in sechs Kategorien verteilt:
- umweltverträglicher Standort,
- Wassereffizienz,
- Energie und Atmosphäre,
- Materialien und Ressourcen,
- Umweltqualität des Innenraums,
- Innovation und Gestaltungsprozess.
Die verschiedenen Zertifikationslevel basieren auf der Menge an Punkte, die ein Gebäude für die Erfüllung der Ansprüche in allen sechs Kategorien erhält. Sie reichen von „Zertifiziert“ bis „Platin“, welches das beste bei der LEED-Zertifikation zu erreichende Level ist und auf höchste Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit verweist.
Zusätzlich vergibt die LEED zahlreiche andere Zertifikationen, wie:
- LEED for New Construction: Neubauten und größere Sanierungen (die am häufigsten beanspruchte LEED-Zertifizierung)
- LEED for Existing Buildings: LEED-Zertifikationen für Bestandsgebäude
- LEED for Commercial Interiors: Von den Pächtern für gewerbliche Zwecke ausgestattete Räume
- LEED for Core and Shell: Rohbauprojekte (Gesamtgebäude ohne Innenausstattung)
- LEED for Homes: Eigenheime
- LEED for Neighborhood Development: Umgebungserschließung
- LEED for Schools: Würdigt die einzigartige Beschaffenheit von Entwurf und Konstruktion von K-12-Schulen
- LEED for Retail: Besteht aus zwei Bewertungssystemen; eines basiert auf New Construction and Major Renovations, Version 2.2, das andere auf LEED for Commercial Interior, Version 2.0
Für Bestandsbauten hat die LEED das LEED-EB-System (EB = existing building) entwickelt. Kürzlich durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass Gebäude, die LEED-EB-Werte erreichen, eine enorme Menge an ROI erzeugen können. Laut einem von der Leonardo Academy herausgegebenen Weißbuch, in dem LEED-EB-Gebäude mit Daten aus dem Expirience Exchange Report der BOMA aus dem Jahr 2007 verglichen werden, weisen die untersuchten LEED-EB-zertifizierten Gebäude eine überdurchschnittlich hohe Betriebskostenersparnis in 63 % der begutachteten Gebäude auf. Diese bewegt sich pro Quadratmeter zwischen 4,94 $ und 15,59 $ und hat einen durchschnittlichen Wert von 6,68 $ sowie einen Mittelwert von 6,07 $.
Die Gesamtkosten der Implementierung von LEED-EB-Projekten und deren Zertifikation bewegen sich zwischen 0,00 $ und 6,46 $ pro Quadratmeter. Durchschnittlich ergibt sich ein Wert von 2,43 $. Dies demonstriert, dass die Realisierung entsprechender Praktiken nicht teuer ist, vor allem im Vergleich zu den möglichen Kostenersparnissen. Diese Kosten werden nochmals signifikant gesenkt, wenn Automation (Gebäudeautomation bzw. Raumautomation) und Technologie in die Implementierung integriert werden.