Bei einer modernen, größeren Rostfeuerung, wie sie in Industrie und Heiz-/Kraftwerken heute zum Einsatz kommt, erfolgt die Brennstoffzuführung zum Rost automatisch und kontinuierlich z. B. mittels Förderschnecken, mechanischen Schiebern oder Doppelklappen. Durch diese Förderer wird gleichzeitig ein Abschluss zum Brennstoffvorlagebehälter hergestellt und ein Rückbrand verhindert.
Der Brennstoff wird durch einen Bewegungsmechanismus verschiedener Bauart (siehe Abschnitt "Rosttypen") kontinuierliche vom Eintrag zum Ascheaustrag gefördert und dabei automatisch umgewälzt ("geschürt"). Im ersten Bereich des Rostes erfolgt eine Trocknung und Entgasung des Brennstoffes. Es schließt sich die Hauptverbrennungszone an und im letzten Rostabschnitt erfolgt der Ausbrand.
Die Öffnungen im Rost werden als freie Rostfläche bezeichnet. Durch diese Rostöffnungen dringt die primäre Verbrennungsluft von unten an den Brennstoff ("Unterwind"). Bei großen Rosten ist der Rost in Zonen eingeteilt, die jeweils eine separate Unterwindzuführung haben, so dass die Luftmenge durch Drosselklappen in den verschiedenen Zonen eingestellt werden. Zusätzlich wird Sekundärluft oberhalb des Rostes aufgegeben. Das Brennstoffluftverhältnis λ liegt bei 1,4 bis 1,8. Es ist wichtig, den Brennstoff auf dem Rost gleichmäßig zu verteilen, um einen ungleichmäßigen Abbrand mit lokalem starken Luftdurchtritt zu vermeiden. Eine zu starke Rostbeladung muss vermieden werden, da die Luftzuführung behindert wird und eine unvollständige Verbrennung mit Bildung von Kohlenmonoxid auftritt. Im Extremfall besteht die Gefahr einer Verpuffung.
Bei feuchten Brennstoffen (Biomasse, Hausmüll, ...) kann zur Unterstützung der Trocknung des Brennstoffes die Primärluft vorgewärmt werden oder es kann mit der Primärluft Abgase aus dem Abgasweg beigemischt werden. Diese Beimischung wird Rauchgasrezirkulation genannt und dient außerdem als Stickoxid-mindernde Maßnahme im Bereich hoher Flammenspitzentemperaturen (insbesondere bei Brennstoffen mit hohen Heizwerten). Bei größeren Anlagen wird zusätzlich ein Teil der Abgase auch oberhalb des Rostes beigegeben. Ähnlich wie bei den Sekundärluftdüsen werden sogenannte Rezirkulationsdüsenebenen verwendet.
Der Rauchgasabzug ist je nach Feuerungstyps oberhalb der Entgasungszone (Gegenstromfeuerung), in der Mitte des Rostes (Mittelstromfeuerung) oder am Ende des Rostes (Gleichstromfeuerung) angeordnet. Bei besonders nassen Brennstoffen werden die heißen Rauchgase bevorzugt im Gegenstrom zur Bewegung des Brennstoffes auf dem Rost geleitet und somit wird eine intensive Trocknung und Entgasung des Brennstoffes erzielt. Die Luft wird als Primärluft unterhalb des Treppenrostes und als Sekundärluft oberhalb des Rostes zugeführt.
Die bei der Verbrennung anfallende Asche fällt größtenteils als grobe, versinterte Schlacke am Ende des Rostes durch den sogenannten "Aschefall" und wird im Aschekasten gesammelt oder kontinuierlich über einen Entascher ausgetragen. Die feinen Aschebestandteile fallen teilweise bereits unterwegs durch die freie Rostfläche ebenfalls in den Entascher/Aschekasten. Zur Kühlung der Asche und zum Löschen der Glut ist dieser meist als Wasserbad ausgeführt, das auch den Luftabschluss für den unter Unterdruck stehenden Feuerraum darstellt.
Der Rost ist starken thermischen Belastungen ausgesetzt, die Betriebstemperaturen an der Oberfläche können bis 800°C betragen (siehe Brandguss). Die durchtretende Verbrennungsluft kühlt den Rost. Bei sehr hohen Heizwerten können wassergekühlte Roste eingesetzt werden. Die Brennkammer ist immer feuerfest ausgekleidet, denn es herrschen im Feuer Temperaturen um die 1000°C.
Gegenüber Staubfeuerungen (Verbrennung im Flug) weisen Rostfeuerungen einige wichtige Vor- und Nachteile auf:
Vorteile:
- Einfacher, übersichtlicher Aufbau
- Günstiges Teillast- und Laständerungsverfahren
- Breites zulässiges Brennstoffband und Brennstoffkombinationsmöglichkeiten
- Geringer Eigen-Energiebedarf
Nachteile:
- Leistungsbegrenzung durch die Rostkonstruktion
- Langsame Regelbarkeit, wegen der großen Brennstoffmenge auf dem Rost
- Hoher Luftüberschuss, dadurch verschlechterter Wirkungsgrad
- Hoher Feuerungsverlust von 2-4%