erneuerbare Energie, Solarenergie und Photovoltaik

Erneuerbare Energie mit Photovoltaik

Offshore-Windparks

Für den Stromnetzbetreiber (Energieversorger) erscheinen alle Windenergieanlagen eines Windparks wie ein einziges Kraftwerk; somit vereinfacht und verbilligt sich z.B. die Einspeisungsabrechnung für den Betreiber des Windparks. Die Regelung eines Windparks erfolgt ebenfalls zentral für den gesamten Windpark. Natürlich verfügt jede Anlage auch über eine eigene Steuerung. Der äußere Betrachter nimmt diese jedoch nicht mehr wahr. Auf diese Weise erreichen große Windparks Einspeiseleistungen von einigen zehn bis z. Z. (2006) etwa 160 MW.

Da das bestehende Stromnetz noch nicht auf den starken Ausbau der Windparks eingestellt ist, kann es zu lokalen Energieüberschüssen kommen, die zu einer Begrenzung der eingespeisten Energie durch den Netzbetreiber führen kann. Neuerdings werden die Temperaturen und Windgeschwindigkeiten bei den Freileitungen gemessen, da beide Faktoren die Kapazität einer bestehenden Freileitung erhöhen. In der Dena-Netzstudie wurden darüber hinaus die notwendigen Anpassungen betrachtet, die mit den im Meer geplanten Windparks verbunden sind. Aus Sicht eines Stromnetzbetreibers müssen hier virtuelle Großkraftwerke in großer Entfernung zum Verbraucher an das Stromnetz angeschlossen werden, was zu erheblichen Investitionen führt.

Die Anlagen-Wartung kann konzentriert an mehreren Anlagen durchgeführt werden. Große Fahrtstrecken und -zeiten für die Techniker entfallen. Die Erfahrung zeigt, dass die längere Verweildauer von Wartungstechnikern auch die Wahrscheinlichkeit steigert, dass ein Techniker bei einer Anlagenstörung vor Ort (im Windpark) ist. Die Reaktionszeiten werden so verkürzt.

siehe auch: Liste der Offshore-Windparks

In Deutschland wird derzeit die Errichtung großer Offshore-Windparks geplant. Außer der einen 6-MW-E-112-Anlage, die sich nur wenige Meter vom Ufer entfernt in der Ems an der Nordsee befindet, gibt es in der Ostsee noch eine 2,5-MW-Anlage, die sich in 500 Metern Entfernung von Warnemünde befindet. Der Windpark „alpha ventus“ 44 Seemeilen nördlich Borkum befindet sich in Bau. In anderen Staaten, beispielsweise in Dänemark, den Niederlanden oder England, sind bereits einige Offshore-Parks errichtet worden und in Betrieb.

Bisher sind in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands (außerhalb der 12-Meilen-Zone) vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 21 Offshore-Windpark-Projekte mit insgesamt 1497 Windenergieanlagen (WEA) genehmigt worden, davon 18 in der Nordsee und drei in der Ostsee; zwei Anträge für die Ostsee wurden abgelehnt. Das entspricht nach Fertigstellung der Anlagen einer potenziellen Energieleistung von ca. 7500 Megawatt. Insgesamt laufen in der AWZ von Nord- und Ostsee Planungen für 77 Vorhaben (64 Nordsee, 13 Ostsee). (Quelle: BSH-Bericht 2008)

Offshore-Windparks (Aufstellung nicht vollzählig):

  • Borkum West, 45 km nördlich der Insel Borkum, soll bis 2010 mit 208 WEA 3.500 GWh pro Jahr erbringen; Pilotphase mit dem Bau von zunächst sechs Anlagen unter dem Namen alpha ventus im Juli 2008 gestartet.
  • Butendiek, 34 km westlich der Insel Sylt, voraussichtlich mit 80 WEA zu je 3 MW, soll den Strom in das 100 km entfernte Umspannwerk in Klanxbüll einspeisen.
  • Borkum Riffgrund West, 50 km nördlich Borkum, ebenfalls 80 WEA, Gesamtleistung 250−400 MW
  • Borkum Riffgrund, 34 km nördlich der Insel Juist, dort sollen ab 2008 zunächst 77 WEA mit einer Gesamtleistung von etwa 300 MW installiert werden.
  • Amrumbank West mit 80 WEA, 37 km westlich der Insel Amrum
  • Nordsee Ost mit 80 WEA, 35 km nordwestlich der Insel Helgoland
  • Sandbank 24 mit 80 WEA, 100 km westlich der Insel Sylt
  • Enova Offshore Northsea Windpower mit 48 WEA, 70 km nördlich der Insel Juist
  • DanTysk mit 80 WEA, 70 km westlich der Insel Sylt
  • Nördlicher Grund mit 80 WEA, 84 km westlich der Insel Sylt
  • Hochsee-Windpark Nordsee, 80 WEA auf ca. 50 km², Leistung 400 MW, 89 km nordwestlich von Borkum, 126 km nordwestlich von Helgoland, Betreiber ist Bard Engineering GmbH aus Emden, erste 5-MW-Anlage soll 2009 errichtet werden, Genehmigung durch BSH am 11. April 2007
  • Hochsee-Windpark He dreiht, 80 WEA zu 3,6−5 MW auf ca. 40 km², ca. 85 km nördlich von Borkum, ca. 104 km westlich der Insel Helgoland
  • Riffgat mit 44 WEA zu je 6 MW, 15 km nordwestlich Borkums (innerhalb der 12-Seemeilen-Grenze)
  • Ventotec Ost 2 mit 80 WEA in der Ostsee

Mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, einem der vier größten deutschen Stromanbieter, investieren finanzkräftige Unternehmen in den Kauf von vier geplanten Offshore-Windparks. Eine Zustimmung des Bundeskartellamtes steht noch aus. Sie haben eine Gesamtleistung von rund 1180 MW. Es handelt sich dabei um die bereits genehmigten Gebiete Hochsee-Windpark Nordsee (80 Anlagen zu je 5 MW) und He dreiht (80 Anlagen zu 3,6−5 MW) in der Nordsee sowie um die Gebiete Kriegers Flak 1 (80 Anlagen zu je 4,108 MW) und Baltic 1 (21 Anlagen zu je 2,5 MW) in der Ostsee.

Offshore-Windparks liefern ihre Energie über Seekabel an die Küste. Dort wird die Energie in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Der weitere Ausbau der Windenergie an der Küste macht dort eine Verstärkung des Netzes erforderlich. Dabei sollen bodenverlegte Kabel zum Einsatz kommen, jedoch wird auch das vorhandene Hochspannungs-Überlandleitungsnetz verstärkt und erweitert, um die hohen Einspeiseleistungen der Windparks in die Gebiete mit hohem Energieverbrauch, tiefer im Land liegend, leiten zu können.

Manchmal werden Windparks auch über Anlagen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung an das Stromnetz angebunden, weil diese einen asynchronen Betrieb der Windräder gestatten und die bei derartigen Anlagen unvermeidbaren Schwankungen der Einspeiseleistung ausgleichen können. Solche Anlagen befinden sich in Dänemark (HGÜ Tjaereborg) und auf Gotland (HGÜ Visby-Nas).

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